Donnerstag, 12. März 2009

Cowen Is My Shepherd

Taoiseach Brian Cowen macht wieder von sich reden. Weil die aktuellen Wirtschaftszahlen (mal wieder) weit von seiner Einschätzung und der seines Finanz-Ministers Brian Lenihan abweichen und das Loch in der Haushaltskasse größer wird, soll nun Anfang April ein sog. Mini-Budget verabschiedet werden, also ein Nachtrag zum bereits verabschiedeten Haushaltsplan für 2009.

Kernpunkt des Mini-Budgets sollen diverse Steuererhöhungen sein. Das soll Geld in die öffentliche Kasse bringen. Aber abgesehen davon, dass Steuererhöhungen in der aktuellen Lage der Nation eigentlich ziemlich kontraproduktiv sind, zeigt die Regierung mit dieser Aktion mal wieder nur ihre Hilf- und Ratlosigkeit. Es klingt so einfach, doch oft genug haben Steuererhöhungen genau den gegenteiligen Effekt zur Folge, sprich weniger Einnahmen. So geschehen nach der Anhebung der Zigarettensteuer im letzten Haushaltsplan. Nicht dass die Leute aufgehört haben, zu rauchen (auch das wäre ja eine mögliche Reaktion der Menschen auf die Anhebung der Steuer und die dadurch gestiegenen Zigaretten-Preise gewesen), nein, stattdessen hat der Handel mit geschmuggelten Billig-Zigaretten kräftig zugelegt.

Mehr noch, vor kurzem gab Cowen mehr oder weniger zu, das genaue Ausmaß der Finanzkrise lange nicht voll erfasst zu haben. Scheinbar hat es der gute Mann mit dem Lesen von Berichten nicht so sehr. Zuvor schon hatte er den Lissabon-Vertragsentwurf nicht richtig gelesen. Und überhaupt wurde in letzter Zeit oft genug deutlich, dass weder er noch Brian Lenihan sich von Experten genügend beraten lassen. Da wird Politik nach Gutdünken gemacht, das macht auch viel mehr Spaß.

Das Volk behilft sich mit Humor. Es kursieren zahlreiche Witze, die Cowen und sein Kabinett der Lächerlichkeit preisgeben. Da ist zum Beispiel der Witz mit den drei Medizinern:


Ein deutscher, ein amerikanischer und ein irischer Mediziner unterhalten sich über die medizinischen Leistungen ihrer Länder.

Der Deutsche: "Wir haben einem Mann eine Niere transplantiert, und innerhalb von 9 Monaten war der Mann auf den Beinen und sah sich nach Arbeit um."

Der Amerikaner: "Wir haben einem Mann eine Lunge transplantiert, und innerhalb von 6 Monaten war der Mann auf den Beinen und sah sich nach Arbeit um."

Der Ire: "Wir haben einen Arsch aus Offaly [Anm.: Cowen stammt aus dem Co. Offaly] genommen, ihn in den Dail [Anm.: das irische Parlament] gesetzt, und innerhalb von drei Monaten war das ganze Land auf den Beinen und sah sich nach Arbeit um."


Nett ist auch das Gebet "Cowen is my shepherd":


Cowen is my shepherd. I shall not work. He leadeth me beside still factories. He restoreth my faith in Fine Gael [Anm.: Oppositionspartei]. He guideth me to the path of unemployment.

Yes, though I wait for my dole, I own the bank that refuses me.

Cowen has anointed my income with taxes, my expenses runneth over my income, surely, poverty and hard living will follow me all the days of his term.

From henceforth we will live all the days of our lives in a rented home with an overseas landlord.

I am glad I am Irish, I am glad that I am free.
But I wish I was a dog, and Cowen a tree.


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Derweil bereitet sich das Land auf St. Patrick's Day vor, jenem jährlichen Spektakel, das den Iren einen weiteren Grund gibt, sich dem Alkohol hinzugeben. Wie sehr wird sich St. Patrick's Day in diesem Jahr von dem im Vorjahr unterscheiden: Vor einem Jahr war noch heile Welt. Zwölf Monate später blicken die Iren in ein Schwarzes Loch, in dem ihr ganzes Geld verschwand. Doch vielleicht können die Feierlichkeiten die Stimmung ja etwas heben. Immerhin sind bereits auffallend mehr Touristen in der Stadt, und die bringen ja bekanntlich Geld mit. Der Handel und die Gastronomie setzen jedenfalls große Hoffnungen in den St. Patrick's Day.