Kleine interessante Meldung am Rande: Jüngst wurde Dublin von der UNESCO offiziell zur "Stadt der Literatur" ernannt. Mit dieser Anerkennung ihres Beitrags zur Welt der Literatur steht Dublin nun auf gleicher Ebene mit Edinburgh, Melburne und Iowa City. Und in der Tat: Wenn es eine Stadt verdient hat, dann wohl Dublin.
Wenn es stimmt, dass die Feder mächtiger ist als jedes Schwert, dann hat Dublin eine Armee vorzuweisen, mit der sie spielend die Welt erobern kann. Die Riege der Dichter und Poeten, die in der Stadt gewirkt haben (oder noch wirken) liest sich wie ein Who's Who der Weltliteratur:
Jonathan Swift (1667-1745), einst Dekan von St. Patrick's Cathedral; Oliver Goldsmith (1728-1774); Sheridan Le Fanu (1814-1873), der eine der ersten Vampir-Geschichten schrieb; Bram Stoker (1847-1912), Autor von "Dracula"; Oscar Wilde (1854-1900); George Bernard Shaw (1856-1950); William Butler Yeats (1865-1939); John Millington Synge (1871-1909), dessen Stück "The Playboy of the Western World" bei seiner Uraufführung für einen Eklat sorgte; Sean O'Casey (1880-1964); James Joyce (1882-1941), der der Stadt mit seinem "Ulysses" ein Denkmal setzte; Patrick Kavanagh (1904-1967), der Dichter vom Lande; Samuel Beckett (1906-1989); Brendan Behan (1923-1964), der Trinker mit dem Schreibproblem; Seamus Heaney; Maeve Binchy; Sebastian Barry; Roddy Doyle; Cecilia Ahern, Töchterchen von Ex-Taoiseach Bertie Ahern; und viele andere mehr.
Vier Literatur-Nobelpreise hat Irland vorzuweisen: William Butler Yeats (1923), George Bernard Shaw (1925), Samuel Beckett (1969) und Seamus Heaney (1995). Hinzu kommen noch zahlreiche andere Auszeichnungen, die Dubliner Schriftsteller und Dichter einheimsen konnten. Eine sicherlich bemerkenswerte Leistung für die kleine Stadt Dublin.
Wenn ich nach Dublin gehe, werde ich dann ein Dichter? Nun, sicherlich stehen die Chancen, in Dublin eine Karriere als Schriftsteller zu bestreiten, nicht besser oder schlechter, als in jeder anderen Stadt. Allerdings ist Dublin eine Stadt der Geschichten, an der Inspiration sollte es also nicht mangeln. "Dublin is a city brimming with stories", sagte einst Irvine Welsh. Die Stadt scheint auf Worten gebaut. Nirgendwo sonst hat der Austausch und das Niederschreiben von Geschichten eine so lange Tradition. Wie Anne Enright es ausdrückte: "In other towns, clever people go out and make money. In Dublin, clever people go home and write their books."
Der Weg zu Weltruhm ist allerdings auch in Dublin sehr beschwerlich. Neue Autoren haben es schwer, überhaupt in den Markt zu kommen. Der Markt für fiktionale Literatur ist hart umkämpft und wird von den großen Namen dominiert, allen voran denen aus Amerika oder England. Heutzutage gilt ein Buch bereits als Erfolg, wenn 3.000 Exemplare verkauft wurden. Wie da der finanzielle Gewinn für die Autoren aussieht, braucht man nicht erst zu fragen. Nicht alle haben das Glück wie zum Beispiel Bertie Ahern, der für seine Biographie im Voraus bezahlt wurde - in den Läden floppte sein Buch kräftig.
Oscar Wilde, der sich von all dem unberührt genüsslich auf einem Felsbrocken im Park am Merrion Square räkelt (siehe Foto), hatte da seine eigenen Ansichten:
"In old days books were written by men of letters and read by the public. Nowadays books are written by the public and read by nobody."
Aber trotz allem ist bei vielen Iren in Dublin die Lust am Erzählen und Niederschreiben von Geschichten ungebrochen. Nicht umsonst lautet eine in Dublin häufig verwendete Begrüßungsfloskel: "What's the story?"
Mehr unter www.dublincityofliterature.com
Wenn es stimmt, dass die Feder mächtiger ist als jedes Schwert, dann hat Dublin eine Armee vorzuweisen, mit der sie spielend die Welt erobern kann. Die Riege der Dichter und Poeten, die in der Stadt gewirkt haben (oder noch wirken) liest sich wie ein Who's Who der Weltliteratur:Jonathan Swift (1667-1745), einst Dekan von St. Patrick's Cathedral; Oliver Goldsmith (1728-1774); Sheridan Le Fanu (1814-1873), der eine der ersten Vampir-Geschichten schrieb; Bram Stoker (1847-1912), Autor von "Dracula"; Oscar Wilde (1854-1900); George Bernard Shaw (1856-1950); William Butler Yeats (1865-1939); John Millington Synge (1871-1909), dessen Stück "The Playboy of the Western World" bei seiner Uraufführung für einen Eklat sorgte; Sean O'Casey (1880-1964); James Joyce (1882-1941), der der Stadt mit seinem "Ulysses" ein Denkmal setzte; Patrick Kavanagh (1904-1967), der Dichter vom Lande; Samuel Beckett (1906-1989); Brendan Behan (1923-1964), der Trinker mit dem Schreibproblem; Seamus Heaney; Maeve Binchy; Sebastian Barry; Roddy Doyle; Cecilia Ahern, Töchterchen von Ex-Taoiseach Bertie Ahern; und viele andere mehr.
Vier Literatur-Nobelpreise hat Irland vorzuweisen: William Butler Yeats (1923), George Bernard Shaw (1925), Samuel Beckett (1969) und Seamus Heaney (1995). Hinzu kommen noch zahlreiche andere Auszeichnungen, die Dubliner Schriftsteller und Dichter einheimsen konnten. Eine sicherlich bemerkenswerte Leistung für die kleine Stadt Dublin.
Wenn ich nach Dublin gehe, werde ich dann ein Dichter? Nun, sicherlich stehen die Chancen, in Dublin eine Karriere als Schriftsteller zu bestreiten, nicht besser oder schlechter, als in jeder anderen Stadt. Allerdings ist Dublin eine Stadt der Geschichten, an der Inspiration sollte es also nicht mangeln. "Dublin is a city brimming with stories", sagte einst Irvine Welsh. Die Stadt scheint auf Worten gebaut. Nirgendwo sonst hat der Austausch und das Niederschreiben von Geschichten eine so lange Tradition. Wie Anne Enright es ausdrückte: "In other towns, clever people go out and make money. In Dublin, clever people go home and write their books."
Der Weg zu Weltruhm ist allerdings auch in Dublin sehr beschwerlich. Neue Autoren haben es schwer, überhaupt in den Markt zu kommen. Der Markt für fiktionale Literatur ist hart umkämpft und wird von den großen Namen dominiert, allen voran denen aus Amerika oder England. Heutzutage gilt ein Buch bereits als Erfolg, wenn 3.000 Exemplare verkauft wurden. Wie da der finanzielle Gewinn für die Autoren aussieht, braucht man nicht erst zu fragen. Nicht alle haben das Glück wie zum Beispiel Bertie Ahern, der für seine Biographie im Voraus bezahlt wurde - in den Läden floppte sein Buch kräftig.Oscar Wilde, der sich von all dem unberührt genüsslich auf einem Felsbrocken im Park am Merrion Square räkelt (siehe Foto), hatte da seine eigenen Ansichten:
"In old days books were written by men of letters and read by the public. Nowadays books are written by the public and read by nobody."
Aber trotz allem ist bei vielen Iren in Dublin die Lust am Erzählen und Niederschreiben von Geschichten ungebrochen. Nicht umsonst lautet eine in Dublin häufig verwendete Begrüßungsfloskel: "What's the story?"
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