Sonntag, 18. Juli 2010

Wieder zurück

Nachdem ich mich schon ordentlich abgemeldet hatte, melde ich mich nun auch ordentlich wieder zurück. Am gestrigen Samstag endete unser einwöchiger Ausflug in den Nordwesten und Norden von Irland. Atemberaubende Küsten, grüne Täler, hohe Berge, alte Gemäuer, enge und kurvenreiche Straßen und jede Menge Schafe – dies sind nur ein paar der noch anhaltenden Eindrücke. Es gab viel zu sehen und wie immer zu wenig Zeit, um an einem Ort länger zu verweilen. Aber es gibt ja immer noch das nächste Mal.

Nach der schönen Zeit kommt für mich die Arbeit. Die vielen Eindrücke wollen in Wort und Bild dokumentiert und festgehalten werden. Da mir dafür jedoch in den nächsten Tagen schlicht die Zeit fehlen wird (schließlich ruft schon wieder die Arbeit), gibt es an dieser Stelle nur eine Kurzübersicht über die besuchten Orte und Sehenswürdigkeiten und ein paar Impressionen. Die ausführlichere Beschreibung ausgewählter Orte werde ich häppchenweise nachliefern.

So 11.7.2010
Für die ersten drei Tage war die kleine Stadt Westport im Co. Mayo unser Ausgangspunkt. Von dort ging es am ersten Tag an der nördlichen Küste der Clew Bay entlang über Newport und dem Strand von Mulranny bis zu Achill Island, wo wir u. a. das verlassene Dorf am Fuße des Slievemore besuchten. Von Achill Island ging es weiter nördlich auf die Mullet-Halbinsel bis an deren südlichen Zipfel Blacksod.

Achill Island

Mo 12.7.2010
Am zweiten Tag ging es in den Abschnitt südlich der Clew Bay. Dort wagten wir uns an einen Aufstieg auf Irlands heiligen Berg Croagh Patrick - aus Zeitgründen jedoch nur bis zu etwa einem Drittel. Im kleinen Louisburgh wandelten wir auf den Spuren der Piraten-Queen Grace O'Malley, die in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts über die Clew Bay herrschte. Über das kleine Aghagower (schöne alte Kirche mit Rundturm) ging es weiter zur alten Abtei von Ballintober, Irlands dienstältester Abtei.

Croagh Patrick, Irlands heiliger Berg

Di 13.7.2010
Der dritte Tag brachte den Abschied von Westport und dem Co. Mayo. In Richtung Norden ging es vorbei an Ballycastle und den Céide Fields, den im Moor gut erhaltenen Überresten einer prähistorischen Siedlung. Unweit davon gibt es den Breastagh Ogham Stone zu sehen, der fernab aller Touristenwege einsam auf einem Feld steht. Auf der anderen Seite der Killala Bay ging es nach Inishcrone, einem recht langweiligen weil typischen Badeort. Weiter ging es über Sligo Town hinauf nach Donegal Town, vorbei an Drumcliff, Benbulben und Mullaghmore, die Erinnerungen an unseren Besuch im letzten Jahr weckten.

Breastagh Ogham Stein nahe Killala

Mi 14.7.2010
Donegal Town bot uns Herberge für eine Nacht. Am vierten Tag unserer Reise ging es westlich von Donegal Town über den Fischereihafen Killybegs zu den imposanten Klippen von Slieve League, mit bis zu 600 m immerhin die höchsten Klippen Europas. Weiter über das verschlafene Glencolumbkille und den Glengesh Pass ging es ins kleine Örtchen Glenties, unserem nächsten Quartier für die Nacht.


Slieve League

Do 15.7.2010
Das Highlight des fünften Tages war der beeindruckende Glenveagh National Park. Zeit für ausgiebige Wanderungen hatten wir leider nicht, so blieb es bei einem Besuch des spektakulär am Lough Beagh gelegenen Glenveagh Castle. Unser letztes Quartier im Co. Donegal bezogen wir in der Kleinstadt Letterkenny.

Glenveagh National Park

Fr 16.7.2010

Am sechsten Tag ging es langsam wieder in Richtung Dublin. Zunächst jedoch stand ein kurzer Abstecher zum Pilgerort Lough Derg unweit von Donegal Town an. Nach Knock und Croagh Patrick habe ich damit nun alle drei Heiligtümer der katholischen Kirche in Irland besucht - und das immerhin als streng gläubiger Atheist mit protestantischem Unterbau. Mit so viel spiritueller Erfahrung im Gepäck konnte ich die nächste Herausforderung angehen: Es ging hinab in die Unterwelt. Südlich von Enniskillen und westlich vom Lough Erne (und damit in Nordirland gelegen) liegt das große Höhlensystem von Marble Arch, der letzten Sehenswürdigkeit unserer Reise. Die letzte Übernachtung vor Dublin gab es im kleinen Virginia im Co. Cavan.

Pilgerort St. Patrick's Purgatorium am Lough Derg

Obwohl es nicht gerade ein Faulenzer-Urlaub war (das Programm verlangte jeden Tag ein zeitiges Aufstehen), war es dennoch ein erholsamer Urlaub. Erholsam, weil man mit den Gedanken fern von der Arbeit war und sich mit Dingen beschäftigte, die eher den persönlichen Interessen entsprechen, als dies auf der Arbeit oft der Fall ist. Auch blieb zwischen den vielen Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten genügend Luft, sich mit dem nötigen Abstand in Ruhe Gedanken über gewisse Dinge machen zu können. Und dafür ist ein Urlaub ja auch da.

Auch diese Reise brachte wieder viele neue Eindrücke von Irland und der Geschichte des Landes. Was mir bei dieser Reise aber auffiel: Mittlerweile fügen sich auch die neuen Eindrücke ohne größere Mühe in das Gesamtbild. Wie bei einem Puzzle, das bereits so weit vorangeschritten ist, dass man nicht erst lange überlegen muss, wo ein neues Teil hingehören könnte. Manches, das wir auf den unterschiedlichen Vorträgen und Führungen erfuhren, wiederholte früher schon gehörtes oder bestätigte und ergänzte es. Das Gesamtbild Irland nimmt immer mehr Konturen an.

2 Kommentare:

Laura hat gesagt…

Was für eine schöne Landschaft. Jaja, ich weiß schon, warum ich dieses Land so liebe.
Super fand ich auf jeden Fall auch noch die Karte, auf der du die Route eingezeichnet hast, da konnte man eure Strecke sehr gut verfolgen. Habe ich sehr genossen, deinen kleinen Bericht.

Nobody hat gesagt…

Danke schön für das nette Feedback. Ich hoffe, in den nächsten Tagen die Zeit zu finden, einige der besuchten Orte in kleinen Artikeln näher zu beleuchten als ich dies hier in der Kurzübersicht getan habe.